Die Geschichte von "New Beginnings"
Die Geschichte von New Beginnings wurde mir von Victor Titus zur Verfügung gestellt. Er arbeitet für den Besitzer von Nelson‘s Creek, Alan Nelson und war bis Mitte letzten Jahres (2000) als Mentor für die Genossenschaft New Beginnings tätig.
Ich selbst wurde über Freunde in Südafrika auf das Weingut aufmerksam, als ich mich über Empowerment-Projekte informiert habe.
Alan Nelson, ein Anwalt aus Kapstadt, hatte das heruntergekommene Weingut vor 12 Jahren gekauft und wieder in Schwung gebracht. Im neuen Südafrika beschloss er, seinen schwarzen Arbeitern einen Teil seines Landes zu übereignen und ihnen sein Wissen über das Weinmachen weiterzugeben, um die Arbeiter zu befähigen, ihre eigenen Herren zu werden.
Hier nun die Niederschrift von Victor Titus:
Nach der ersten Ankündigung, die den Vorarbeitern am Morgen des 21. Mai 1997 gemacht wurde, stimmten alle überein, dass ich (Mr. Titus) als Beistand tätig sein sollte.
Der nächste Schritt war ein Treffen mit allen Arbeitern. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Arbeiter das Gefühl, dass das Treffen an einem neutralen Ort stattfinden sollte. Durch meine Kontakte fand die erste Vollversammlung in einer Grundschule in Paarl statt. Die Arbeiter kamen nach der Arbeit mit einem Lastwagen nach Paarl.
Eine ihrer ersten Sorgen war, dass bisher nur eine mündliche Absprache existierte und die Arbeiter einen schriftlichen Vertrag wünschten. Einige hatten früher schon von Farmern Versprechungen gehört, die nie eingehalten worden waren.
Alan Nelson hatte den Arbeiter folgendes angekündigt:
a) 9,5 ha Land wird ihnen übereignet. Wenn sie es nicht (mehr) wollten, würde er es von ihnen zurückkaufen. Das Land sollte nicht für den Bau von Häusern verwendet werden, sondern für landwirtschaftliche Zwecke, vorrangig für den Weinanbau (weil sie diesen am besten beherrschen).
b) Wenn die Arbeiter das Land für den Weinanbau nutzen, werden ihnen für die Dauer von 3 Jahren Maschinen und Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Weiterhin erklärte sich Alan Nelson bereit, die Trauben von ihnen zu kaufen.
C) Wenn sie selbst Wein herstellen wollten, stellt Alan Nelson ihnen auch weiterhin seinen Weinkeller zur Verfügung.
Ihr Land konnten sie in ihrer eigenen Zeit bearbeiten (die Arbeiter waren weiterhin auch bei Alan Nelson gegen Lohn in seinen Weinbergen tätig).
Weitere Treffen fanden in Paarl statt, dann traf man sich auf dem Hof, dort wo heute das Restaurant steht.
Anzill Adams schloss sich mir einige Wochen später an.
Da das Thema für uns neu war, nahmen wir Kontakt zu Leuten auf, die sich bereits mit Landreform und Entwicklungsprojekten beschäftigten. Unter ihnen war Mohammed Karaam von der Universität von Stellenbosch, Elsenburg Agricutural Collage, K.W.V. (die grösste Weingenossenschaft in Südafrika) und das Ministerium für Landwirtschaft.
Das Ministerium für Landwirtschaft nahm sich unserer an als Landreform Projekt und mich als Unterstützter. Die offizielle Unterstützung bedeutete, dass die Arbeiter eine legale Einheit formen mussten, die sie dazu qualifizierte, finanzielle und andere Hilfe zu empfangen. Daher gründeten die Arbeiter die "Klein Begin landwirtschaftliche Genosenschaft und Genosenschaft für gemeinschaftliches Eigentum (Klein Begin Farming Association communal Property Association). Dies war möglich aufgrund eines Gesetzes aus dem Jahr 1996. Wir arbeiteten mit ihnen (den Arbeitern) eine Satzung aus und bildeten einen Vorstand mit 5 Männern und 2 Frauen. Anders als im normalen Büro gab es die folgenden Verantwortlichkeiten: Weinberg Manager, Kinderangelegenheiten und Frauenangelegenheiten.
Mit der Unterstützung von Elsenberg und der KWV wurden Bodenproben genommen und untersucht. Das Land war für jede Art Rotwein geeignet, nicht nur für den seit 1970 angebauten Palomino Fino. Die erste Reaktion der Arbeiter war, die alten Weinstöcke herauszureissen und neue rote Sorten zu pflanzen.
Vernünftigerweise entschieden sie sich, nur 2/3 zu roden. 1/3, sollte weiter geerntet werden, bis aus den neuen Reben Wein gemacht werden könnte. (Es dauert ungefähr 3 Jahre, bis neu gepflanzte Reben Trauben hervorbringen, die zum Weinmachen geeignet sind).
Nachdem das Land gerodet war, mussten die Mitglieder der Kooperative warten, bevor neue Reben gepflanzt werden konnten. Eine interessante Periode begann hier.
Bis zum Zeitpunkt, an dem die neuen Reben gepflanzt werden konnten, wollten die Arbeiter Gemüse anzubauen. Alan Nelson war von Anfang an gegen die Idee. Vor allem glaubte er, dass der Boden für neue Reben sorgfältig vorbereitet werden sollte und ausserdem wussten die Arbeiter nichts oder sehr wenig über den Anbau von Gemüse.Sie sollten seiner Meinung ihr Wissen über den Weinanbau erweitern. Ich sah, dies als Gelegenheit, praktische Erfahrung zu sammeln, also als Experiment. Ich wollte sehen, ob sie zusammen im Team arbeiten konnten. Wer würde arbeiten und wer zugucken.
Schliesslich stellte Alan Nelson ihnen ein weiteres Stück Land zur Verfügung, um das Gemüse anzubauen. Mohammed Karaan ein Agrarwissenschaftler unterstützte sie, bei der Auswahl dessen, was sie anbauen würden.
Sie trafen ihre Auswahl, Zwiebeln und Kartoffeln geht. Sie begannen an einem Freitag und beabsichtigten das Pflanzen während des Wochenendes. Sonntag Abend erhielt ich einen Telefonanruf von Alan, der besorgt war, wie sie dies schaffen würden, 800 000 Zwiebel Sämlingen zu setzen und bis dahin noch nicht einmal den Lastwagen entladen hatten. Früh am folgende Morgen schlossen sich Alan und ich der Gruppe von Männern und Frauen und Kindern an, um diese Mammutaufgabe fortzusetzen. Alan erinnerte mich daran, das er von anfang an Bedenken hatte, das die Arbeiter sich mit dem Gemüseanbau nicht auskannten. Wir probierten verscheidene Techniken aus, das Setzen der Pflanzen zu beschleunigen.
Gegen Mittag hatten Alan und ich Rückenschmerzen und wir beendeten die Arbeit. Alan gab zu, dass es das erste Mal war, dass er wirklich auf seinem Bauernhof gearbeitet hatte. Nach einer Woche waren die Zwiebeln gesetzt und brauchten nur noch Pflege.
Später wurden die Zwiebeln geerntet und sortiert. Die Zusammenarbeit war nicht so, wie man erwartet haben würde. Als die Zwiebeln schließlich verkauft waren, wollte jeder einen Anteil, obgleich nicht alle mitgearbeitet hatten.
Ich persönlich denke, daß die " Zwiebel Episode " ihnen die Augen geöffnet hat. Man kann nicht belohnt werden, wenn man sich nicht bemüht.
Unterdessen waren wir in Verhandlungen mit der K.W.V wegen der Lieferung von Reben. Wir waren auch in engem Kontakt mit dem Landwirtschaftsministerium wegen finanzieller Unterstützung, die sie uns versprochen hatten.
Die Kooperative erntete ihre ersten Trauben (Palomino) im Februar 1998. Dies erregte Aufmerksamkeit in der ganzen Welt. Wir wurden mit Anfragen von Fernseh-, Zeitungs- und Radiointerviews überschwemmt.
Es war nie die Absicht, im ersten Jahr bereits Wein zu machen. Als sich so viel Aufmerksamkeit auf uns richtete, fanden uns wir in einer Situation wieder, in der wir etwas tun mußten.
Eine halbe Stunde nach einer Sendung im nationalen Fernsehprogramm erhielten wir einen Anruf von einer Einzelhandelskette (Pick and Pay), und man wollte den ganzen Wein aufkaufen, den wir erzeugen würden. Jetzt waren wir wirklich bei der Weinherstellung gelandet. Was sollten wir tun? Wir hatten nur den Palomino. Wir nahmen etwas Cape Riesling, Chardonnay und Cinsaut und machten einen trockenen Weisswein, einen trockenen Roten und einen Chardonnay.
Wir hatten einen Namen, wir hatten Wein. Was aber nun mit einer Marke? Glücklicherweise hatten wir einige Fotos. Die ersten Fotos, die überhaupt von "Klein Begin" aufgenommen worden waren, , fanden wir in einer Zeitung. Eines der Fotos war wirklich gut. Wir kontaktierten den Fotographen, Bennie Gool. Er erlaubte uns sofort, das Foto zu benutzen und gab uns den ganzen Satz Negative kostenlos. Wir waren richtig glücklich, dass ein weithin bekannter Fotograf unser Etikett kostenlos entwarf.
Währenddessen war ich auf der Mondial Weinshow in Brüssel, wo ich nur eine Flasche mit Wasser und einem Etikett hatte. Ich stiess auf grosses Interesse und ein Artikel erschien in der lokalen Zeitung. Ich bekam Kontakt mit ein oder zwei Handelsvertretern.
Als wir nach Hause zurückkamen, erkundigten wir uns über den Namen "Klein anfangen" (Klein Begin), weil ein anderer Weinhersteller bereits Wein dieses Namens produzierte und ihn für die Beneluxländer hatte registrieren lassen.
Um jede Überschneidung vermeiden, entschieden wir uns, den Namen zu ändern. Wir kamen schließlich zum Namen der "Neuen Anfänge" (New Beginnings).
Anzil und ich fuhren zur Messe nach London, wo wir offiziell den ersten von farbigen Leuten in Südafrika produzierenden Wein vorstellten, der mit Trauben erzeugt worden war, die auf ihrem eigenen Land angebaut wurden. Die Produkteinführung war in den Büros des südafrikanischen hohen Beauftragten für Großbritannien, Ms Cheryl Carolus erfolgt. Es wurde weltweit von der BBC übertragen. Das war das Sahnehäubchen: Wir wurden mit Interviews und Besuchen auf dem Weingut überschwemmt. Ein holländisches Vertreter besuchte uns direkt danach auf der Mondial in London
Zurück auf dem Weingut mußten wir all die Formalitäten der Weinindustrie für die Eintragungen durchlaufen. Welch eine Erfahrung! Bescheinigung, Flaschen, Korken, Etiketten, die Art der Information auf den Etiketten, Rückseite der Etiketten, der Zoll, die Steuern usw.
Schließlich wurden die Weine von einer Einzelhandelskette regional nur in KZN (Kwa Zulu Natal) und im westlichen Cape wegen unseres begrenzten Vorrates angeboten. Mittlerweile bestellte der holländische Vertreter den Wein. Wir hatten keinen Wein übrig und mußten schnell Weine anderswo kaufen. Mit der Unterstützung von Carl Allen, dem erfahrenen Kellermeister von Nelson‘ s Creek, erreichten wir das Notwendige und vor Ende 1998 waren unsere Weine in den Läden der Niederlande. Matthewis Thabo der Kellermeister von New Beginnings und Alan Nelson, die den Weine ausgeliefert hatten. Was für eine Erfahrung für ihn, plötzlich in den Straßen Hollands spazieren zu gehen.
Unterdessen war Sollie Skippers, der Weinbergmanager und damit verantwortlich für das Pflanzen der Reben, zu Hause dabei die ersten Reben setzen zu lassen.Es waren Cabernet-Sauvignon und Pinotage, durch die KWV zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurde das Bewässerungsystem verlegt, denn wir wollten keine halben Sachen machen. Wir wollten nach den modernsten Methoden arbeiten. Viele Diskussion unter uns selbst fanden deswegen statt. Alan Nelson stand uns mit Rat und Tat zur Seite, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen
Im ersten Jahr des war New Beginnings wie ein Bilderbuch. Es schien als ob der Allmächtige seine schützende Hand über uns halten würde. Experten, die kamen, um den Weinberg zu besichtigen, konnten nicht glauben, was sie sahen.
Solly Skipper versuchte, die Fragen nach dem Wie und Warum zu beantworten:
"Wissen Sie, wenn wir auf anderen Bauernhöfen oder für andere Landwirte arbeiten, sagt man uns immer, wie und wann wir etwas tun sollten. Auf diesem Land tun wir es wie Frank Sinatra singt: ‚ Our Way‘ "
Solly’s Ausbildung ist so. Kein formale Schule. Er wurde auf diesem Bauernhof geboren.und wuchs an der Seite seinen Vater auf, der im Weinberg arbeitete. Dabei lernte er viel und versteht das Wetter und den Boden dieses Landes. Wie er einem Fernsehreporter erklärte, kann ein Kellermeister, der von der Universität kommt, von ihm erlernen.
Solly‘s drei Brüder Moos, Jannie und Pietie(die beiden Gesichter, die auf dem Etikett von New Beginnings dargestellt sind), wurden auch auf dem Bauernhof geboren und sind auch "ungebildet". Saul Isaacs ist ein weiterer aus der älteren Generation, der "ungebildet"ist.
Obgleich wir nach unseren ersten grossen Verkäufen eine Weile auf das Geld warten mußten, war die Erwartung, daß sich ihre Leben ändern würde.
Gleich zu Anfang wurde eine Vereinbarung mit Alan Nelson erreicht, dass er nach den ersten Weinverkäufen an Pick and Pay die weiteren Kosten wie Abfüllung für den zusätzlichen Wein bedecken übernehmen würde und der Gewinn zwischen ihm und ihnen 50-50 geteilt werden sollte. Ihre Hälfte sollte für die Sozial- und anderen Bedarf verwendet werden, Alan’s Hälfte zur Aufstockung der Gehälter für den Stab von New Beginnings. Mit anderen Worten profitierte Alan Nelson nicht direkt von dem Geld, das sie verdienten. Es wurde an die Kooperative zurückgeleitet.
Bei dem holländischen Vertrag mußten sie alle Kosten selbst zahlen. Dieses war ihre erste Erfahrung bei einem grossen Geschäft. Die Mengen waren für sie enorm. Dann kam der grosse Tag. Der Moment, wo sie etwas Geld in ihren Händen haben sollten.
Bei einer Sondersitzung, die abgehalten wurde, wurde entschieden, daß jeder von ihnen ein Sparkonto eröffnen sollte, wenn er dies nicht bereits hatte. Das Geld würde auf diese Konten übertragen.
Ich traf die Verabredung mit der Bank und begleitete sie dabei. Für einiges war es eine Nervenaufreibende Erfahrung, da sie noch nie das Innere eines solchen Platzes gesehen hatten. Ich sage nicht, wieviel Geld der einzelne erhalten hat, für die meisten von ihnen war es wie eine " Million " von so etwas. Nie zuvor hatten sie eine solche Menge Geld gesehen oder angefaßt.
Fragen der Skeptiker waren: Was würden sie damit tun. Würden sie eine Party nach der anderen feiern? Würden sie betrunken zur Arbeit kommen? Wir waren angenehm überrascht zu hören, dass einer das Geld verwendet hatten, Kleidung für die Konfirmation des Sohnes zu kaufen, einer anderer einen kleinen Kühlschrank, einer einen zwei Plattenherd. Ein Arbeiter hatte das Geld als Anzahlung für ein Auto verwendet
Am Jahresende 1998 gab es eine weitere Zuteilung.
Leute fragten mich, wie dies ihre Lebensumstände geändert
Ich beantwortete sie normalerweise folgendermaßen.
Die erste Entscheidung, die sie trafen, als Geld zur Verfügung stand, war, sich selbst eine Summe Geld zuzuteilen.
Die zweite Entscheidung, die sie trafen, als dieses Thema später aufkam, war, ein weiteres Stück Land zu kaufen, als es ihnen angeboten wurde.
Wie hat es ihr Leben geändert?
Letztes Jahr (1998) hatten sie zum ersten Mal an Weihnachten einen Truthahn anstelle eines Huhnes. Zum ersten Mal hatten sie einen Vorrat an Nahrungsmitteln, da sie Kühlschränke besassen. Zum ersten Mal konnten sie fernsehen, anstatt draußen zu sitzen. Zum ersten Mal hatten einige ihrer Kinder Weihnachtsgeschenke in Form von Fahrrädern.
Anfang 1999 wurden die 18 Kinder, die die Schule besuchten, bei einem Ausstatter für das neue Schuljahr eingekleidet. Das Schulgeld zahlten sie an Schulen ihrer Wahl.
Übrigens:. Ganz am Anfang wurden sie gefragt, ob sie ihren Kindern erlauben würden, auf dem Bauernhof zu arbeiten. Ihre Antwort war Nein. Das änderte sich. Ihre Kinder sollten erst eine Ausbildung erhalten, damit sie die zukünftigen Manager, die Kellermeister und die Marketing-Leute für das Weingut werden konnten.
Der Teil des Landes, den sie gekauft hatten, war von ihnen für ihren eigenen zukünftigen Keller, die Abfüllanlage, ihre Häuser und Gemeinschaftseinrichtungen vorgesehen.
In dieser Hinsicht hatten wir eine Übereinkunft mit dem Wirtschaftsminister der USA, der das Weingut Anfang des Jahres besucht hatte, dass er seinen Einfluss geltend machen wollte, Interessenten an uns zu verweisen die zu unserer Unterstützung in New Beginnings investieren wollten, so dass die Kooperative ihr Ideal so bald wie möglich erreichen könnte. Wir haben durchaus eine Reihe von Anfragen in dieser Hinsicht gehabt.
Bei so vielen Leuten, die kamen, um das Projekt zu sehen und Interesse an ihm zeigten, hatte ich eine Idee, die auch mithelfen konnte, ihre Ziele zu erreichten. Man konnte für einen bestimmten Betrag eine Reihe der Reben adoptieren und sich so mit New Beginnings identifizieren
New Beginnings hatte einen vollzeitbeschäftigten Verwalter (einen aus der Kooperative). Von Zeit zu Zeit brauchten sie zusätzliche Arbeitskräfte. Bevorzugt nahmen sie dafür Bekannte.
An einem bestimmten Punkt glaubte ich, daß sie in eine neue Phase des Geschäftslebens eingetreten waren und die dazu notwendigen Fähigkeiten und die Sachkenntnis solcher Leute benötigten. Ich sah mich nicht in der Lage, diese Rolle zu erfüllen.
Dazu erhielten Sie eine gewisse Zeit kostenlose Unterstützung. Danach wollten beide Seiten eine Entscheidung an treffen, ob das Verhältnis für New Beginnings vorteilhaft sein würde.
Die Gruppe bestand aus Einzelpersonen, die ganztägig für die größte Weinfirma in Südafrika arbeiteten. Sie entschieden sich, ihre eigene Firma zu gründen. Jeder Einzelne war auf seinem Gebiet, sei es Marketing, Entwicklung, Erwachsenenbildung, Kommunikation, Arbeit, menschliche Fähigkeiten und Finanzierung, in hohem Grade erfahren.
Eine ihrer ersten Handlungen war, 3 Mitglieder Kooperative zu einem Kurs in internationalem Marketings zu schicken, , der durch das internationale Handelszentrum erkannt wurde.
Ich verließ sie nicht, obgleich sie eines Tag auf eigenen Füssen stehen mussten. Auf beiden Seiten war das Gefühl, das ich für das Gelingen des Projektes noch bei ihnen bleiben sollte. Dies tat ich sehr gerne.
Die New Beginnings Erfahrung war ein Versuch, dem Rest von Südafrika zu zeigen, das Habenichtse etwas werden können. DassWeiß und Schwarzes erfolgreich zusammen arbeiten können. Dass Zusammenarbeit von Regierung, Privatunternehmen und dem Gemeinwesen möglich ist.
Die Gelegenheit, die Welt zu bereisen und sich anderen Kulturen darzustellen war im Falle von New Beginnings etwas besonderes. Drei Mitglieder der Kooperative verbrachten einige Tage in den Niederlanden, England, Frankreich, um sich vorzustellen. Damit wurde ihre Geschichte international durch Fernsehen, Radio-, Zeitungen und Studenten bekannt.
Ein neues Kapitel in der Weinindustrie wurde geschrieben. Aber auch in der Landwirtschaft und der Industrie wurden ähnliche Projekte eingeführt.
Die Geschichte ging weiter.
Die Dinge liefen nicht so , wie wir es erwartet hatten und die Beziehung zwischen der vorher erwähnten Gruppe und der Kooperative wurden abgebrochen.
Was ich vorher nicht erzählt hatte, war, das zu dieser Zeit (seit Anfang 1999) ein Japaner Interesse an uns gezeigt hatte. Ich war nicht wirklich über ihn erfreut zu dieser Zeit und kam ihm von Zeit zu die Zeit entgegen und beantwortete seine Fragen, führte ihn auf dem Weingut herum, und arrangierte ein Treffen mit Carl Allen, unserem Kellermeister. Was wir zu dieser Zeit nicht wussten, war, daß Tsukasa Miyake eine bedeutende Rolle in der Entwicklung von New Beginnings spielen würde. Dies zeigte sich, als New Beginnings und Mercy Ltd. einen Vertrag über ihre Zusammenarbeit schlossen. Mercy Ltd. wurde unsere Vertretung in Japan und die erste Bestellung kam im Oktober ’99. Im Dezember des gleichen Jahres wurde der erste New Beginnings Wein in Tokyo ausgeliefert.
Diese erste Bestellung von 4500 Flaschen war innerhalb 45 Tage verkauft und eine neue Bestellung wurde im Februar 2000 aufgegeben. Und dann eine weitere für den Rest des Jahres. Dieser Auftrag ist noch nicht völlig erfüllt und man fragte uns bereits nach unserer Produktion für 2001.
Mercy Ltd. besuchte uns regelmäßig mit ihren Kunden bauten damit engere Verbindungen zwischen Produzent und Verbraucher auf. Dies hat für Japaner eine grosse Bedeutung.
Es hat jetzt zu einer Unterstützung in Form zweier Nähmaschinen für die Frauen von New Beginnings geführt, um ihr eigenes Unternehmen zu beginnen. Anfangs stellten sie Geschenkbeutel für die Weinflaschen und andere Dinge her. Auf diese Weise konnten die Frauen finanziell unabhängig werden. Sogar die Schule, in die einige ihrer Kinder gehen, profitierte von diesem Kontakt mit den Japanern. Die Initiative gewinnt langsam an Kraft, dadurch dass einige Geschäftsfrauen aus den USA uns besucht haben und sich verpflichtet haben, die Frauen entweder mit regelmässigen oder mit einmaligen Zahlungen zu unterstützen, damit sie Märkte für ihre Produkte finden können.
Leider verstarb einer der Skipper Brüder überraschend im Juli. Sein Bild wird noch lange auf den Etiketten zu sehen sein.
Im August 2000zahlte sich unsere Sorgfalt aus, als Michael Havens, Inhaber der Havens Weine in Napa Valley, Kalifornien, uns für eine ganze Woche besuchte, um Informationen im Auftrag der RISA (ReInvest in Südafrika) zu sammeln. Seine Auftrag war, die Aussichten einer Investition in New Beginnings für diese US Investmentgesellschaft zu erkunden. Als er uns nach dieser Woche verliess, deutete er an, dass er sehr beeindruckt war und seiner Direktion empfehlen wolle, zu investieren. Inzwischen haben wir sehr positive Reaktionen von Sam Folin, dem Präsident von RISA, erhalten. Er wolle Ende November kommen, um mit uns abschliessend über die Detail der vorgeschlagenen Investition der Phase 1 im April 2001 zu sprechen.
Was wir nicht wussten, war, dass Michael von Chris Bowman begleitet wurde, der sich später als US Weinimporteur herausstellte. Auch er war sehr beeindruckt, durch dass, was er bei uns sah. Wir schlossen sofort einen Vertrag und unser erster Export in die USA ist im November dieses Jahres (2000) und die Produkteinführung der New Beginnings Weine wird im Januar 2001 sein. Er hat sich bereits festgelegt, seine Profite in New Beginnings zu reinvestieren, um das Projekte zu unterstützen.
Im September 2000 wurden wir geehrt, indem wir den Peace Garden Preis für neu entstehende landwirtschaftliche Betriebe erhielten. Alan Nelson erhielt auch einen Preis für seinen Beitrag zur Landverteilung.
New Beginnings hat nicht seinen Platz in der Weinproduktion und auf internationalen Weinmessen. Vor kurzem ist die Rebstöcke ihres Cabernet-Sauvignon von den Experten der Weinindustrie für gut genug befunden worden, in Baumschulen verwendet zu werden, um neue Rebsorten zu entwickeln und später in den Weinbergen Südafrikas gepflanzt zu werden. Die Menge der Stecklinge war ausreichend für 60 Hektar. Nach Ansicht der Experten war dies genug für mehr als 10 Jahre. Wegen der genauen Aufzeichnungen der Weinindustrie wird es leicht sein, zu verfolgen, welche Weingüter diese Reben pflanzen. Ich warte auf den Tag wo das ein oder andre Weingut einen Preis gewinnt und man die Reben bis zu New Beginnings zurückverfolgen kann.
Gegen Ende 1999 beschloss Alan Nelson sein Rasengeschäft aufzugeben. (Anm.: In Südafrika wird viel Golf gespielt. Die Weissen haben natürlich grosse Häuser mit den entsprechenden Gärten. Daher gibt es einen Bedarf an (Roll)Rasen. Also bauen Firmen Rasen an, stechen in mit Erde aus, rollen und verkaufen ihn.).Ich schlug vor, daß er ihnen die Firma anbietet. Nach einer Diskussion bot er ordnungsgemäß das Geschäft New Beginnings an, und die Kooperative nahm es an. Am Anfang von 2000 begannen sie ernsthaft, dieses Geschäft zu betreiben und mit Erfolg. Zur Zeit beschäftigen sie auf einer stabilen Grundlage bis zu sechs Leuten, die abwechselnd in den Weinbergen und mit dem Gras arbeiten.
Vielleicht haben die Notwendigkeit neuer Arbeitsweisen gesehen. Kürzlich wurde entschieden, eine jährliche Generalversammlung abzuhalten, auf der eine neue Leitung gewählt werden sollte. Nur einer der Leiter wurde nicht wiedergewählt. Aber die Aufgaben der Abteilungen wurde stark geändert, ein Zeichen, wie sorgfältig sie ihre Arbeit die letzten Jahre beobachtet haben. Die Wahl fanden ohne Probleme (Streit) statt und am Ende war jeder glücklich mit der gewählten Führung. Ein Gefühl für Realität und Praktikables hatte sich durchgesetzt. Die Führung ist eine Mischung der gut gebildeten , gut ausgebildeten und erfahrenen Personen der Gemeinschaft, gewählt in die am besten passenden Positionen.
Arthur Jacobs(Chairman Matric zweisprachig); Nicolette Jacobs(Secretary Matric zweisprachig); Mattheus Thabo(Vicekellermeister); Louis Thabo(Schatzmeister, Erwachsenenbildung); Ann Jacobs(Frauen Angelegenheiten); Pieter Jacobs(Kinder Angelegenheiten); Manager Sollie Skippers(Weinberg Verwalter).
Mit wenigen Sitzungen haben sie bereits eine neue Richtung gezeigt, in die sie sich entwickeln möchten.